Papierkalender 2016! Und jetzt? Digital oder auf Papier ins Jahr 2017? (Lesezeit ca. 10 Min.)

Ein digitaler Kalender kann viel mehr als ein Papierkalender. Trotzdem hat das Papier noch immer einige unschlagbare Vorteile.

Im Dezember 2015 wollte ich es herausfinden: Was passt besser zu mir? Papier oder digital? Ich nahm mir vor von meinem digitalen Kalender wieder auf einen “altmodischen” Papierkalender umzusteigen. Für ein Jahr lang. Für 2016.

Warum ich 2016 wieder einen Papier-Kalender benutzen werde

Um mich herum wurde auch 2016 alles digitaler. Eine Begeisterung 4.0 geht um. In Zukunft können Kühlschrank und Kaffeemaschine sich unterhalten. Und was mache ich? Ich greife zu Stift und Kalender, Version: 1.0.

Jetzt ist das Jahr 2016 bald vorüber, ein Fazit ist möglich.

Kontakte besser digital

Es war eine ganz ordentliche Mühe alle meine Kontakte aus dem digitalen Adressbuch abzuschreiben. Exportieren auf Papier? Die Funktion habe ich bis heute noch nicht in meinem smartphone gefunden. Nein! Einen schönen Gruß nach Bochum: Auch im iphone gab es diese Funktion nicht.

Es ist zwar ein gutes Gefühl, dass ich die wichtigsten Nummern jetzt offline verfügbar habe für den Fall, dass alle digitalen Kontakte einmal verloren gehen (Stromausfall, Hacker etc.)

Praktischer ist es aber meine Kontakte digital zu verwalten. In meinen Kreisen wechseln die Leute doch gelegentlich ihre Handynummern. Sogar E-Mail-Adressen. Und manche ziehen um oder ändern sonst etwas an ihren Kontaktdaten. Dann kam 2016 auch noch unsere Tochter in den Kindergarten. Ganz plötzlich gab es viele neue Namen und Nummern. Das alles von Hand in ein Adressbuch eintragen? Möglich, aber zeitaufwendig und schnell übersichtlich. Auch ist es schön zu einem neuen Gesicht ein Foto in den Kontakten zu haben. Das hilft beim erinnern.

Man kann das digitale Speichern in weit entfernten, stromfressenden Rechenzentren (Cloud) kritisch sehen. Ich weiß! Wer frei von google ist, werfe also auch gerne das erste iphone nach mir. Mein Ansatz ist aber schon lange: Die digitalen Vorteile nutzen und die digitalen Nachteile umgehen. Google weiß jetzt also, wen ich kenne und hat die passenden Daten.

Ich weiß das Argument ist ein wenig naiv, aber wenn das irgendwann einmal zu einem konkreten Problem wird, bin ich a) nicht ganz alleine mit damit und werde mich b) dann darum kümmern. Dann.

Kontakte Digital – Alles andere lieber auf Papier

Reden wir über das, was google und co nicht wissen. Zum Beispiel alles, was in meinem Kalender steht. Das war aber gar nicht der erste Grund für meinen Umstieg. Hier also die Killer-Applikationen und besonderen Tools eines Papierkalenders, oder kurz: Die Vorteile!

  • Endlich wieder mit der eigenen Hand schreiben. Was digital noch immer nicht so richtig gelungen ist: Das Erlebnis mit einem Kugelschreiber oder Füller auf Papier zu schreiben. Geht schnell, fühlt sich gut an und ist super individuell.
  • Schneller: Wann immer ich 2016 mit einem Bekannten einen Termin vereinbart habe; ich war mit meinem Papierkalender stets schneller als mein digitales Gegenüber. Im persönlichen Kontakt aber vor allem am Telefon. Mein Kalender aus Papier ist sozusagen mein second screen und blättern geht ganz ruckelfrei. Ich kann weiter telefonieren während ich durch die Wochen blättere.
  • Tagebuch: Ein guter Kalender ist für mich wie ein Tagebuch. Zwar nicht geeignet um die großen Gedanken auszubreiten, aber für die kleinen alltäglichen Notizen, aus denen sich ein Jahr zusammensetzt.
  • Post it: Ich habe die kleinen Klebezettel wirklich vermisst. Es gibt sie auch in digital, ja, aber da kleben sie nicht so gut. Es ist halt einfach nicht das gleiche. Ich schreibe auf sie am liebsten kleine Aufgaben. Dann kann ich sie im Zweifel auch einfach auf die nächste Seite kleben. Aus den Augen …
  • Stärkt das Gedächtnis: Seitdem ich meine Termine wieder auf Papier schreibe, kann ich  sie mir wieder etwas besser merken. Ich betone: Etwas ! Ich trainiere mir die handschriftliche Notiz seit über einem Jahrzehnt ab, natürlich darf ich jetzt nicht erwarten, dass alle Gedächtniszellen das überlebt haben. Aber nach einem Jahr bin ich guter Dinge, dass sie sich doch noch neu bilden werden.
  • Bunt: Mein Kalender ist bunt. Ich schreibe nämlich immer mit dem gleichen Stift: Mit dem, den ich am schnellsten greifen kann. Das führt dazu, dass meine Notizen bunt sind. Sieht schön aus und hilft mir auch beim besseren Merken.

Nachteile Papierkalender

  • Kalenderdiebe: Damit sind nicht die grauen Herren von Momo gemeint. Die gibt es auch. Diese fiesen kleinen Zeitdiebe. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag. Ich rede von echten Kalenderdieben. Sie schleichen umher und klauen private Papierkalender. Klingt schräg? Finde ich auch. Ich persönlich habe noch nie davon gehört, dass jemandem gezielt ein Kalender gestohlen wurde. Der Rucksack oder die Handtasche mit dem Kalender darin, das schon. Das Argument schwebt trotzdem im Raum. Mein smartphone mit digitalem Kalender ist gesichert. Mein Kalender aus Papier nicht. Das stimmt. Auf das Ding muss man ein wenig aufpassen. Aber auch hier kann man subversive Techniken entwickeln, wenn man auf Verschlüsselung steht. Wenn ich mich mit Lukas treffe (Lukas ist Koch, der Name wurde verfremdet), könnte ich z.B. Treffen mit L. schreiben, oder noch geheimnisvoller, 14.00 Uhr, der Koch, bei mir. Das steigert die Kreativität und macht viel mehr Spaß als ein schnöder Fingerabdrucksensor. Seitdem ich wieder angefangen habe Französisch Vokabeln zu lernen (auch eine Geschichte für einen anderen Tag), könnte ich auch Notizen mit französischen Worten durchtränken. Würde mir sehr dabei helfen, die Vokabeln noch besser zu lernen und etwaige Schnüffler verwirren.
  • keine Links einzufügen. Das geht nun wirklich nicht. Wer also unbedingt einen Kalender braucht, der so gut funktioniert wie Wunderlist, der sollte Wunderlist benutzen. In meinem Papierkalender passt kein Link rein. Das gute daran? Schutz vor Überforderung: Jetzt mal ehrlich: Ein Link, ein Klick und schwups ist man auf irgendeiner Seite im Netz, klickt nochmal, sieht einen interessanten Artikel und ist weg. Verschollen en ligne.

Dieser Artikel ist noch nicht vollständig. Habt ihr weitere Vor- oder Nachteile eines Papierkalenders? Notiert sie doch bitte kurz in den Kommentaren. Dann könnte dieser Artikel noch etwas wachsen oder ich hätte einen Aufhänger für einen weiteren.

Marco Mattheis, 21. Oktober 2016

6 thoughts on “Papierkalender 2016! Und jetzt? Digital oder auf Papier ins Jahr 2017? (Lesezeit ca. 10 Min.)

  1. Gabi Raeggel

    Privat stelle ich ab 2017 auch wieder auf Papierkalender um. Beim Digitalkalender sind mir häufiger die Termine in der Zeit verrutscht – mal eine Stunde zu früh, manchmal zu spät. Beruflich bleibe ich beim Digitalkalender. Dort wechseln die Termine kurzfristig häufig nochmal. Das ist mit einem Papierkalender ein klarer Nachteil: ewig durchstreichen und neu schreiben. Irgendwann ist dann das blanke Chaos im Kalender.

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    1. marcomattheis Post author

      Das Verrutschen von Terminen im digitalen Kalender ist ein guter Punkt. Den kenne ich auch, dachte aber bisher es würde wirklich nur mir so gehen.

      Beruflich ist eine Rückkehr zum Papier ja fast gar nicht möglich. Je nach Branche wird über den Kalender ja auch Controlling betrieben.

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  2. Jürgen

    Ich nutze seit 1 Jahr einen Papierkalender für Beruf und Privat.
    Ich schreibe alle Termine mit Bleistift in den Kalender. Wenn sich ein Termin ändert radiere ich ihn raus und schreibe ihn neu.
    Somit bleibt mein Kalender trotz Termin Änderungen immer sauber und Ordentlich.

    Früher hatte ich auch einen Kalender am PC, Smartphone. Ich bin aber wieder zum Papier gewechselt weil es mir mehr Spaß macht.

    Falls ich mal einen Wichtigen Termin nicht vergessen will Programiere ich mir im Smartphone eine Erinnerung.

    Gruß Jürgen

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  3. Maik S.

    Seit vielen Jahren arbeite ich mit und an Computern. Elektronische Kalender wende ich sei Beruflich und Privat an.

    Für mich haben elektronische Kalender mehrere Vorteile. Beispiele:
    Meine Termine sehe ich an mehreren Geräte, zum Beispiel am Arbeitscomputer und am Smartphone. Ich erhalte rechtzeitig vor Besprechungen eine Erinnerung am Smartphone. Suche ich nach einem “Stichwort” im Kalender, so werden mir die passenden Ergebnisse angezeigte. Zusätzlich kann ich alle Termine der kommenden Tage oder Monate mit wenigen Mausklicks in einer übersichtlichen Liste anzeigen und drucken lassen.

    Dennoch werde ich meinen Privaten Kalender auf einen “Papier-Kalender” umstellen. Warum?
    Ich bin schneller mit dem Stift als mit dem Tippen am Smartphone. Zusätzlich liegt der Kalender zu Hause in meinem Büro. Das bedeutet, meine Lebensgefährtin kann in den Kalender schauen und leicht sehen, ob ich zu einem bestimmten Tag für ein Familienvorhaben “frei” bin. Ein dritter, für mich ganz wichtiger Grund ist folgender: Die EDV-Abstinenz. Ich will in meiner Freizeit nicht mehr von summenden Smartphone-Erinnerungen abgelenkt werden.

    Im beruflichen werde ich weiterhin mit Outlook und Exchange arbeiten. Hier überwiegen für mich die Vorteile in der Abstimmung und Zusammenarbeit mit Kunden und Kollegen.

    Ich wünsche Ihnen allen eine gute und (terminlich) selbstbestimmte Zeit.

    Maik Stempien

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