Minimalist werden an einem Tag

Ende letzten Monats schrieb ich über meinen Plan alle derzeit nicht benutzte Kleidung in einem Umzugskarton im Kleiderschrank aufzubewahren. So geschehen diese Woche. Ein Stück weit erleichtert das. Sprichwörtlich: Aus den Augen, aus dem Sinn.

Ein wenig Ärger mischt sich aber unter das gute Gefühl: 2006 wäre ich mit diesem Trick an einem Tag zum Minimalisten geworden. Zugegeben, mit deutlich mehr als nur einem Umzugskarton. Aber ein schneller Überblick über das nötigste wäre da gewesen. Aber gut. So ist es eben.

Also der Tipp an alle, die gerade anfangen einen minimalistischen Lebensstil für sich zu entdecken: Kartons auf, alles rein, was ihr glaubt nicht zu brauchen, vielleicht noch ein Zettel drauf, was drin ist; fertig: An einem Tag zum Minimalisten.

Zurück zu meinem Kleiderschrank. Der Karton (30 kg Maximalgewicht) ist randvoll. Womit? Wintersachen zum Beispiel: Allein sechs Paar (6!) Wintersocken. Und Schuhe! Das alte Paar Hallenschuhe aus meiner Schulzeit, noch immer in Ordnung. Renovierungsschuhe und Hosen. Kram eben, der schon schmutzig ist mit wasserlöslicher Farbe, die einfach nicht mehr rausgehen will. Vieles Zeug, von dem ich mich gerne noch trennen würde, vor allem Kleidung, die ich aber nicht einfach wegwerfen mag. Aufbrauchen ist eben mein neustes Credo. Dann noch ein paar Dinge, die mich mit hoher Wahrscheinlichkeit bis ins Altersheim begleiten werden. Eben sehr persönliche Dinge. Es sind nur sehr wenige, die sich auch durch ein Foto nicht ersetzen ließen. Und ein paar alte Fotos, die bestimmt auch schon digitalisiert sind. Ich kann mich einfach nicht trennen. Verrückt, nach so vielen Jahren des Ausmisten.

Derzeit fehlt mir die Zeit, um mal alle Dinge, die ich besitze gesammelt auf eine Waage zu werfen. Mittlerweile müsste aber (abgesehen vom Fahrrad im Keller) alles in eine Reisetasche und meine beiden Rucksäcke passen; und eben den Umzugskarton. Das wäre schon spannend zu wissen, wie viel ich derzeit wiege. Mit wieviel nötigem Gepäck ich durch mein Leben schreite. Ich schätze es sind keine 100 kg mehr. Aber es zu wissen, wäre trotzdem spannend. Der Karton hat jedenfalls geholfen viele Dinge einmal zusammen zu fassen und eine Übersicht zu schaffen.

Welche Strategien verfolgt ihr, um euren Besitz übersichtlich zu gestalten? Habt ihr noch Tipps, an die ich bisher nicht gedacht habe?

Marco Mattheis am 14.April 2016

3 thoughts on “Minimalist werden an einem Tag

  1. Tanja Heller

    Renovierungssachenaufhebfalle? Das Aufheben finde ich bei mir nämlich immer totalen Quatsch. Bis dahin hat man doch eh wieder alte Sachen und kann die nehmen. Wie oft willst du denn renovieren? Das letzte mal hab ich bei Saharawetter gestrichen, fast nackt. Wie bei mir Schuhe: Um 4 mal im Jahr Rasen zu mähen, muss ich mir keine alten Schuhe aufheben.
    Liebe Grüße – Tanja

    Reply
    1. marcomattheis Post author

      Da hast du echt nen wunden Punkt getroffen.Eigentlich will ich gar nicht mehr renovieren und eigentlich könnte ich mir dann auch so überziehen für meine Turnschuhe holen. Jetzt hänge ich noch in der “die sind doch eigentlich noch gut” Falle. Aber die Renovierungshose fliegt raus, da hast du mich überzeugt, meine jetzige “gute” kommt nämlich langsam in den “wäre nicht schlimm, wenns sie kaputt ginge Modus”. Hach, es wird nicht einfacher, wenn man sich dem harten Kern der Dinge nähert. Über das Nackt-Renovieren schweige ich mich an dieser Stelle mal aus…

      Reply
  2. Pingback: Minimalismus aus anderer Sicht: Wie viel wiegt unser Besitz? | marco-mattheis.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.