Minimalismus im Kleiderschrank

Mein Kleiderschrank ist auch nach vielen Jahren Minimalismus der Ort, an dem ich deutlich mehr Dinge habe, als ich tatsächlich bräuchte. Das hat mehrere Gründe:

  1. Ähnlich wie bei Büchern, fällt es mir unglaublich schwer Kleidungsstücke einfach wegzuwerfen.
  2. Kleidungsstücke, auch günstige, halten deutlich länger als ihr Ruf es vermuten lässt.

Viel Kleidung ist in den letzten Jahren in den Kleidercontainer gewandert. Kaputte Dinge in den Müll, hoffnungslos unschöne oder unpraktische Sachen eben in den Container. Trotzdem ist noch viel da. Viele Pullover, Hemden, Shirts. Viel von allem. Und die Dinge halten unglaublich lange. Erst heute habe ich einen Pullover, den ich mindestens fünfmal pro Woche trage auf einem vier Jahre alten Bild gesehen.

Um meine Kleidersammlung möglichst schleunigst zu minimalisieren, trage ich nur noch einige wenige Kleidungsstücke. Und diese so häufig wie möglich, in der Hoffnung sie so schneller aufzutragen. Vermutlich werde ich aber in den nächsten 2 Jahren dennoch keine neuen Kleidungstücke kaufen müssen. Höchsten eine Jeanshose, da ich bei dieser Kategorie schon an meinem Minimalziel angekommen bin. Ich besitze 3 Stück. Im Vergleich dazu besitze ich noch 7 verschiedene Pullover und ca. 10 Hemden. Außerdem besitze ich nach dem (gescheiterten) Versuch dauerhaft mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, noch eine eigentlich überflüssige Windjacke und Handschuhe. Mein lieber Kollege Herr S. erinnert mich daran regelmäßig, daher soll es hier auch Erwähnung finden.

Für alle, die vielleicht zum ersten Mal mit dem Thema Minimalismus in Kontakt kommen oder sich allgemein Fragen, was das ganze soll: Ein minimalistischer  Kleiderschrank vereinfacht das Leben ungemein. Man trägt täglich nur die Dinge, die man wirklich gerne trägt, andere Kleidung hat man ja nicht. Man benötigt am morgen keine Zeit mehr um sich die Kleidung auszusuchen.

Wer sich sorgen darüber macht, wie andere Menschen darüber denken könnten, dem sei gesagt: Die wenigsten Menschen achten überhaupt darauf, was du trägst, geschweige denn wie häufig du es trägst. Außerdem geht es beim minimalistischen Kleiderschrank nicht darum sich mit schmutzigen, abgerissenen Dingen zu kleiden. Ganz im Gegenteil. Wer wenig hat, kann theoretisch auch Dinge von besserer Qualität kaufen. Dank der Erfindung Waschmaschine sind Dinge zudem heutzutage innerhalb von kurzer Zeit wieder einsatzbereit. Auch das Reisen wird tendenziell einfacher, denn man muss nicht mehr so lange überlegen, was von den unglaublich vielen Dingen nun eingepackt werden muss.

Derzeit überlege ich ganz konkret meinen Kleiderschrank um eine weiteren Schritt zu vereinfachen. Derzeit liegen noch alle Kleidungsstücke bei mir im Schrank eingeräumt, obwohl ich eigentlich nur einen Teil davon trage. Die Überlegung geht nun dahin, die Kleidung, die ich derzeit ohnehin nicht trage, in einen Umzugskarton zu packen und sie unten in den Schrank zu stellen. So würde ich einmal ganz praktisch testen, wie es wäre, wirklich nur mit dem angezielten Minimum auszukommen.

Marco Mattheis, 30.März 2016

 

 

4 thoughts on “Minimalismus im Kleiderschrank

  1. Astrid

    Sehr schön geschrieben.
    Und eigentlich könnten wir einen Sack tragen. Ich bin auch der Meinung, dass WAS wir sagen/tun/ausstrahlen deutlich entscheidender im Miteinander ist, als unser Äußeres. Da denke ich immer wieder an Vera Birkenbihl …
    Mittlerweile habe ich keinen TV und keinen Kühlschrank mehr. Jedoch habe ich einen vollen Kleiderschrank und werde (außer etwas Unterwäsche) in den nächsten Jahren auch nichts Neues brauchen. Nun, ich werde dort nichts minimalisieren, da ich aus diesem Bestand lebe, um eben nichts zu kaufen.
    Danke für Deine Gedanken. 🙂
    Liebe Grüße
    Astrid

    Reply
      1. marcomattheis Post author

        Ich glaube das lässt sich dadurch erklären, dass die gute Astrid Rohkostveganerin ist (richtig?), spricht sie sich von dem ernährt, was wir landläufig in den Supermärkten im Eingangsbereich in der Gemüseabteilung vorfinden, vermutlich aber von besserer Quelle, mit mehr Auswahl etc. Historisch betrachtet ist der Kühlschrank ja jetzt auch nicht direkt am Tag nach der Entdeckung des Feuers erfunden worden, spricht wir Menschen sind ja viele Generationen ganz ohne ausgekommen. Auch im Sommer.

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