Mal wieder auf dem Weg zum Vegetarier?

Derzeit kämpfe ich (wieder einmal) gegen diese alte Gewohnheit des Fleisch Essens an. Ich will an dieser Stelle gar nicht auf die Diskussion rund um Vegetarismus und Co eingehen. Ich glaube es gibt eine ganze Reihe von guten Gründen nur wenig oder gar kein Fleisch zu essen. Ich kann auch gar nicht beschreiben, warum ich das starke Bedürfnis habe, weniger Fleisch zu essen. Je nach Tagesform ist es eher eine moralisch ethischer Standpunkt, dann wieder ist es mein tief verwurzelter Drang mein Leben noch einfacher zu gestalten. Ob das mit dem Verzicht auf Fleisch im Alltag klappt, bezweifle ich teilweise eher. Im Supermarkt klammert sich zwar ein Großteil des Sortiments per se aus, aber sich dauerhaft vegetarisch zu ernähren, erscheint mir derzeit noch schwieriger als einfach wieder zum tiefgekühlten Schnitzel zu greifen.

Mein erster Versuch für eine Weile einfach gar kein Fleisch zu essen und zu hoffen, dass mir der Sprung ins kalte Wasser gelingt, hat jedenfalls nicht funktioniert. Eines Tages war die Currywurst dann doch wieder zu verlockend oder zu sehr zur Gewohnheit geworden.

Derzeit probiere ich tagtäglich meinen Fleisch und Wurstkonsum zu verringern. Ich sage mir also nicht, dass ich ja auf gar keinen Fall Fleisch essen will, sondern ich mache mir täglich bewusst, wenn ich Fleisch und Wurst esse und versuche zu überlegen, wie es morgen wieder ein klein bisschen weniger werden könnte. Ob dieser Weg vielversprechend ist, weiß ich noch nicht.

Was das mit Minimalismus zu tun hat? Auf den ersten Blick nichts. Es ist halt mal wieder eine dieser Folgen meines Minimalismus. Ich habe jetzt Zeit und Kraft mir über solche Dinge Gedanken zu machen und versuche an der einen oder anderen Stellschraube meines Lebens zu drehen und zu schauen, was passiert.

Ein Stück weit hat es auch etwas mit den Themen Willenskraft zu tun. Ich bilde mir gerne ein, dass ich mein Leben allein Kraft meiner Gedanken lenken kann. Dass ich entscheide, was ich tue und ich nicht von Gewohnheiten und niederen Instinkten gesteuert werde, wenn ich das nicht will.

Und ist (frei nach Niko Paech) Vegetarismus „Fleischverzicht“ oder eine Befreiung von …? Von was?

Sind unter euch Vegetarier? Habt ihr Tipps aus eurem Leben, wie es mir gelingen kann, weniger Fleisch und Wurst zu konsumieren? Über praktische Tipps wäre ich sehr dankbar.

6 thoughts on “Mal wieder auf dem Weg zum Vegetarier?

  1. Franz

    Ganz einfach: entscheide dich, kein Fleisch mehr zu essen. 🙂

    Leichter gesagt als getan, ich weiss. Am besten ist natürlich, man kann sich freuen auf die Alternative. Im Internet gibt es geschätzt 100.000 Rezepte für fleischlose Mahlzeiten. Am Sonntag 14 davon aussuchen für die nächste Woche, wenn benötigt auch Rezepte um zu Hause vorzubereiten und dann für unterwegs mitzunehmen. Dann kannst du dich eben auf die 14 neuen Rezepte freuen und musst nicht dich nicht mit dem Gedanken „verzichten auf …“ herumschlagen.

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    1. marcomattheis Post author

      Das ist ein guter Tipp. Vor allem das vorkochen. Jetzt brauche ich nur noch leichte Rezepte ohne viel Aufwand. Das ganze konkurriert eben mit „Schnitzel in die Pfanne“ fertig. Oder sollte die Zubereitung von Nahrung gar nicht einfach sein? Ich weiß noch nicht. Aber danke für den Beitrag.

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  2. Astrid

    Guten Morgen lieber Marco,
    aus meinem Empfinden heraus hat die Art, wie ich mich ernähre sehr viel mit Minimalismus zu tun. Weniger mit meiner Willenskraft. Nur mit Willen kann eine Umstellung nicht gelingen. Ich denke, dass die Rückfallgefahr im Wort „Willenskraft“ schon nahezu enthalten ist. Mehr hat es mit meiner inneren Haltung zu tun.
    Ich bin seit Anfang 2010 Veganer und seit gut 2 Jahren Rohkostveganer (98 %). Ohne Superfood und ohne die Dinge, die für mich um die ganze Welt reisen müssen. Mal ganz abgesehen von den fatalen Folgen für die regionale Landwirtschft durch unseren Konsum von Chiasamen, Palmöl etc.!!
    Also, sehr sehr viel Minimalismus in Anbetracht der Folgen für mich und die Welt. 🙂
    Liebe Grüße
    Astrid

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    1. marcomattheis Post author

      Hi Astrid, danke für deinen Beitrag. Ich habe das schon mit großen Interesse auf deiner Seite gelesen und bin jedesmal äußerst begeistert. Die Rituale in meinem Leben sind aber noch zu stark, die Befreiung vom Fleisch stellt für mich derzeit schon einen anstrengenden Weg dar. Warum das so ist, vielleicht einmal in einem anderen Artikel. Das man es nicht braucht weiß ich. Für mich ein schwieriges Feld, das ich da gerade betrete.

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  3. Tanja Heller

    Bei mir war es so: Nach dem Film „Earthlings“ hatte ich den Ekel. Das war so vor 3 Jahren. Hab mir dann die drei unverzichtbaren Dinge überlegt und sie durch Ersatzprodukte ersetzt. Sie schmeckten genauso. Pilzpaste statt Leberwurst und Sojafleisch statt Hackfleisch. Auf Hühnchen hab ich einfach verzichtet. In den drei Jahren kaufe ich mir manchmal Bratwürstchen weil ich schwach werde. Ersatzprodukte esse ich gar nicht mehr. Fleisch ist mir heute zu schwer. Vegan hab ich nicht geschafft. Ich mag Milchprodukte. Der Kochaufwand war mir zu aufwendig. Ich wollte nicht Ernährung studieren und wurde nicht satt von den Salatblättchen. Die Sachen haben mir nicht geschmeckt. Passt nicht zu mir. Vereinfacht nicht mein Leben. Bewundere ich aber wenn das jemand dauerhaft zufriedenstellend für sich hinkriegt. Urkost hab ich auch mal probiert. Äh ja. Groß anders hab ich mich da auch nicht gefühlt nur als Außenseiter weil’s auf Partys nix für mich gab. Und genau da hört der Spaß für mich auf: Wenn’s mir keinen Spaß macht! Schrittweise, kleine Steps. Sonst Premiumbioqualität, frisch vom Bauern, Auto und Tochter einpacken und zum Biohof fahren, ging natürlich auch und weiterhin Fleisch essen. Wie es am besten für dich passt. Was bedeutet es mir? Warum will ich das essen? Das wären so die Fragen, die ich mir stellen würde.
    Liebe Grüße, Tanja

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    1. marcomattheis Post author

      Danke für den Kommentar. Den werd ich noch ein paar Mal lesen. Ich glaube auch, dass ich das Thema weiterhin nur mit kleinen Schritten vorwärts bringe.

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