Fallhöhe reduzieren – 1 Monat später

Vor einem Monat (26.Okt.2015) habe ich damit begonnen, “die eigene Fallhöhe zu reduzieren” (Artikel). Dabei geht es mir darum mich von möglichst viel Dingen unabhängig zu machen, von denen ich bisher dachte, ich könnte gar nicht ohne sie auskommen. Und so sieht es aus nach einem Monat:

Auf Fleisch kann ich ohne Probleme verzichten. Wobei das nicht ganz stimmt, denn es ist schwierig ganz auf Fleisch zu verzichten, da es überall enthalten zu sein scheint. Gäbe es aber kein Fleisch mehr oder wäre es so unglaublich teuer, dass man jedem Gericht am Preis seinen Fleischgehalt ansehen könnte, ich käme sehr gut auch ohne aus. Das wäre vor einem Jahr für mich noch ein sehr schwer zu ertragender Gedanke gewesen.

Auf die meisten Funktionen meines smartphones kann ich mittlerweile ebenso verzichten, ohne dass es mir weh tut. Eher das Gegenteil ist der Fall. Der Löschung einer app folgte bisher immer das Gefühl einer Befreiung. Die einzigen apps, die ich in dieser Woche benutzt habe, waren abgesehen von Telefon und Kontakte die app für SMS, sehr wenig whatsApp, die Kamera und die youtube app.

Für das Jahr 2016 habe ich mir seit vielen Jahren wieder einen Papierkalender zugelegt, ich schreibe nach und nach die wichtigsten Telefonnummern hinein und lerne sie auswendig. Nach und nach kommen auch einige Fähigkeiten (wie das Auswendiglernen) wieder zurück. Die Befreiung jeden freien Moment auf das smartphone zu sehen, hilft mir mein Gehirn über den Tag von unwichtigen Dingen frei zu halten und das Auswendiglernen fühlt sich einfach gut an. Es ist sozusagen mein Ersatz für kleine smartphone Spiele zwischendurch.

Das folgende fällt eher in die Kategorie Stressvermeidung und hat mit dem Prinzip “Fallhöhe reduzieren” nicht viel zu tun.

Monotasking (im Gegensatz zum Multitasking) ist in 90% des Tages zu einer Gewohnheit geworden. Bei den restlichen 10% (Aufräumen beim Telefonieren oder Musikhören beim Autofahren) weiß ich zumindest, dass ich gerade versuche zwei Dinge gleichzeitig zu tun und dass ich zumindest eine Sache davon nur sehr unzureichend erleben kann. Meistens hilft diese Selbstbeobachtung um das Radio im Auto auszuschalten oder mich auf die Couch zu setzen, um in Ruhe zu telefonieren.

Das Monotasking überträgt sich derweil langsam auch auf die Arbeitswelt, wobei es hier ungleich schwieriger durchzuhalten ist. Die Strukturen auf der Arbeit erzwingen es geradezu mehrere Programme am PC gleichzeitig laufen zu lassen. Aber zumindest die Konzentration auf nur einen einzigen Arbeitsvorgang gelingt bisher.

Marco Mattheis, 23.November 2015

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