Digitaler Irrweg / Papierkram

Bei vielen Minimalisten geht das Reduzieren des Besitzes einher mit einem sehr digitalen Lebenswandel. So mancher zieht sogar als sog. digitaler Nomade durch die Welt. Ich war auch ein paar Jahre auf dem digitalen Pfad unterwegs. Digitalisierung aller Papiere, Kalender sowieso, Bücher, Musik etc. Aber ähnlich wie es Daniel mit seinen Büchern beschreibt, sehe ich heute vieles ein wenig anders. Man sollte es mit der Digitalisierung auch nicht übertreiben. Denn die kommt auch nicht umsonst daher und birgt bei vielen Vorteilen auch Nachteile und Risiken. Je digitaler man lebt, desto abhängiger macht man sich auch. Abhängig von:

  • dem reibungslosen Funktionieren der Geräte
  • den regelmäßigen Anschaffungskosten der elektronischen Helfer
  • einem ständig wachsenden Bedarf an Speicherplatz (je nach Art der Speicherung – Stichwort Clouddienste- kann das richtig Geld kosten)
  • der Gefahr von digitaler Demenz
  • dem Bedürfnis regelmäßig das neuste Gerät zu besitzen
  • zu viel Zeit am smartphone und im Internet zu verbringen
  • der Gefahr viel Lebenszeit in die richtigen Einstellungskonfigurationen zu stecken (vor allem Vorsicht, wenn das einem eigentlich gar keinen Spaß macht)

Eine bestimmt unvollständige Liste. Bücher lese ich mittlerweile auch gerne wieder in Papierform. Die meisten Romane bekomme ich entweder in der Bücherei oder für sehr wenig Geld bei ebay. Es spricht auch nichts gegen ein oder zwei ebooks für den Urlaub dabeizuhaben, wobei ich im Urlaub doch lieber die neue Gegend entdecke, anstatt Bücher zu lesen. Das kann ich am günstigsten noch immer zu Hause mit einer Decke im Park oder am Fenster mit einem Kaffee neben mir auf dem Tisch.

Zurück zur Digitalisierung. Hier geht es ja häufig um das digitalisieren von Papier. Bis heute finde ich es schwierig bestimmte Papiere zu entsorgen, Ordnerverschlankung finde ich alles andere als einfach. Ich besitze derzeit 2 Aktenordner. Einen mit aktuellen Unterlagen, einem mit allem anderen. Ich bin schon ziemlich gut mit dem Ausmisten im Bereich Papier und habe auch viel eingescannt, letztlich bleiben aber noch ein paar Fragen:

  • Wie geht man mit bezahlten Rechnungen um, von Dingen deren Garantie schon abgelaufen ist? Wegwerfen, oder aufbewahren für den Fall eines Einbruch/Diebstahls als Beweis für die Versicherung?
  • Wie lange hebe ich meine Steuerbescheide auf?
  • Wie lange hebe ich meine BaFöG Unterlagen auf? (Nicht, dass BaFöG Amt am Tag meines Rentenbescheides glaubt noch Geld von mir zu kriegen?
  • Wie lange hebe ich Lohnabrechnungen auf? (Ich wünschte es gäbe eine Datenbank, in der man diese sichern könnte, ähnlich wie meine Daten bei der Rentenversicherung hoffentlich sicher liegen).
  • Hebt man Kündigungsbestätigungen von Handy- und Versicherungsverträge auf um im Zweifel einmal beweisen zu können, dass man sie wirklich gekündigt hat?

Gibt es unter euch Leute, die sich damit auskennen und einen Rat haben?

Marco Mattheis, Mai 2016

 

 

6 thoughts on “Digitaler Irrweg / Papierkram

  1. Tanja Heller

    Hab ich vor 3 Jahren gemacht. Die Aufbewahrungsfristen fand ich im Internet. Auf so juristischen Seiten. Im Zweifel hab ich bei den Behörden angerufen. Lohnt sich. Am Ende blieb fast nix mehr übrig. Befreit ungemein.

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  2. Marco

    Hallo Marco,

    ich denke, auch in der digitalen Ablage muss man Ordnung halten. D. h. Dateien, die nicht benötigt werden, konsequent löschen. Vernünftige Ordnerstruktur, Tags, Kategorien, oder was auch immer man zum Sortieren nutzen möchte.
    Nach Möglichkeit alles durchsuchbar.

    Ich habe den entsprechenden Bücherartikel ebenfalls kommentiert. In der Praxis bin ich zwiegespalten. Für meine Weiterbildung habe ich viele Skripts. Diese drucke ich unnötigerweise aus. Also für mich nicht unnötig, da ich auf Papier besser lesen kann und ich handschriftliche Bemerkungen besser finde. Dennoch weiß ich, dass ich nach Erreichen des Abschlusses nichts davon behalten werden. Weder analog noch digital.

    Gruß,
    Marco

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    1. marcomattheis Post author

      Danke. Zum Lernen finde ich den Stift auch noch immer das beste Mittel. Von der Hand in den Kopf (Lernen) und vom Kopf in die Hand (üben). Das war für mich immer der beste Weg. Ich wünsche dir viel Erfolg.

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  3. Aylin

    Wir haben, naja eigentlich mein Mann hat das gleiche Problem Marco …, ein ganzer Ikea Regalschrank voll mit Ordnern voll mit Unterlagen, die keiner mehr braucht. Wahrscheinlich könnten wir all den Inhalt auf 5 Ordner reduzieren, wenn wir denn mal ausmisten würden … Aber ich glaube das will mein Mann nicht mal ;(

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    1. marcomattheis Post author

      Hallo Aylin,
      das kenne ich gut. Bei uns bin ich auch der einzige Minimalist im Haushalt aber manchmal hat Aufräumen und Ausmisten auch einen ansteckenden Charakter. Und falls nicht hat man zumindest seinen eigenen Kram auf das Nötigste reduziert und sich von allem Überflüssigem befreit. Das Gefühl mit leichtem Gepäck durch das Leben zu gehen, belohnt einen dann tagtäglich. Und bei den Dingen hört es bei weitem nicht auf, wie man hier in meinem blog ja häufig zu lesen bekommt.
      Liebe Grüße, Marco

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