Category: Minimalismus allgemein

Ist das wirklich Minimalismus?

Habe vor ein paar Tagen seit langer Zeit mal wieder eine dieser „Sparfuchs-Dokus“ gesehen. Ich verzichte hier auf einen Link, man kennt sie: Leute, die versuchen maximal viel Geld zu sparen. Teebeutel werden mehrmals benutzt, kostenlose Zeitschriften besorgt, aus vielen kaputten Fahrrädern wird ein funktionierendes gebaut, das Essen aus dem Müll der Supermärkte gefischt (Stichwort Containern) usw. Die Doku stand unter dem Titel Minimalismus, vielleicht hat mich das verstört. Dabei habe ich überhaupt nichts gegen diese Lebensweisen, sind mir zumindest sympathischer als Luxuskaviar und blattgoldüberzogene Gebrauchsgegenstände.

Ich musste ein paar Tage darüber nachdenken, mittlerweile weiß ich, was mich daran gestört hat, maximales Geld einsparen mit Minimalismus gleichzusetzen. Dabei war es eher die Doku selbst als die Menschen darin, die dieses Bild erzeugt haben. Mir ist klar geworden, dass ich Minimalismus wirklich sehr eng begreife, nämlich auf das Reduzieren von Gegenständen, die ich mehr oder minder greifen kann. Auch digitales würde ich hier noch dazu packen. Alles was aus dem Reduzieren von Besitz resultiert, hat vielleicht seinen Ursprung im Minimalismus bzw. ist eng damit verbunden, ist für mich aber nicht das gleiche.  Continue reading

Ist ganzheitliche Entschleunigung möglich?

Der Soziologe Hartmut Rosa ist nach intensiver Forschung zu dem Ergebnis gelangt, dass das Bauchgefühl vieler Menschen (meines auch) stimmt. Die Gesellschaft beschleunigt sich. Technisch, Sozial, Produktion. Die Videos von Hartmut Rosas Vorträgen auf youtube sind ein guter Einstieg in das Thema. Wer sich noch tiefer mit den Ideen von Hartmut Rosa beschäftigen möchte, dem empfehle ich den Podcast www.zeitgenossen-podcast.de und hier die ersten Folgen. Im weiteren sprechen Eugenia und Branko über die Hamsterräder unserer Gesellschaft. Sehr angenehm zu hören.

In einem Punkt will ich aber das Bild nicht wahrhaben was Herr Rosa malt. Continue reading

Im Alter

Gespräch zweier betagter Damen im Einkaufsladen. Aus dem mitgehörten Gesprächsfetzen wurde soviel klar. Die eine sah sich vor kurzem gezwungen aus ihrem Haus in eine kleine Seniorenwohnung oder gar ein Altenheim umzuziehen, die andere hatte diesen “Leidensweg” schon hinter sich. “Eigentlich fühlen wir uns jetzt auch ganz wohl”. Continue reading