Abhängigkeiten November 2015

Gesundes, hervorragend mit Nährstoffen gesättigtes Blut durchflutet mich. Das habe ich bisher immer angenommen und gehofft. Jetzt habe ich es ärztlich bestätigt.

Ich gehe derzeit einige neue Themen an, mit denen ich meine bisher gewonnene Unabhängigkeit zu einigen Dingen und Gewohnheiten weiter ausbauen will. Die Vorträge und Gedanken von Niko Paech haben mich “nachhaltig” zum Nachdenken angeregt. ich will meinen eigenen Minimalismus neu ausbalancieren. Ich bemerke eine Verschiebung meiner Aufmerksamkeit von den Dingen zu den alltäglichen Abhängigkeiten. Hier 3 persönliche Beispiele:

Beispiel Kaffee: 
Heute ist Tag 63 von 100 ohne Zucker im Kaffee. Ich zweifle nicht mehr daran, dass ich jetzt unabhängig vom Zucker für den Kaffee bin. Die Dosis des Kaffee selbst hat der Patient im Übrigen auf zwei kleine Tässchen am Tag reduziert. Anders als beim kalten Entzug vom heißen Kaffee, entgehe ich hier den beißenden Kopfschmerzen. Ich kriege jedes Mal schlimmste Kopfschmerzen, wenn ich versuche den Kaffee ganz wegzulassen. Gut nur, dass Kaffeekonsum legal ist.

Beispiel Monotasking:
Ich weiß, dass Multitasking nicht funktioniert, genauso wie ich weiß, dass Plastiktüten den Zustand der Umwelt nicht verbessern. Beides längst wissenschaftlich belegt. Mittlerweile gelingt es mir meistens beides zu vermeiden.

Die Rückkehr in die Arbeitswelt ab dem 17.Nov. 2015 macht mir hier dennoch ein wenig Sorgen. Während meiner Elternzeit der letzten Monate, konnte ich das Monotasking gut erproben und einüben. Wie gut wird mir das in der Arbeitswelt gelingen? Das ist für mich eine zentrale Frage, da es hier unmittelbar um meine Gesundheit geht. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht sehr stressresistent bin. Das ist also ein ganz heisses Thema in den nächsten Wochen.

Beispiel smartphone:
Es gibt kein Objekt, von dem ich so abhängig bin, wie von meinem smartphone. In den letzten Wochen ist es mir zumindest gelungen mich von der Sorge zu befreien, ich könnte mir irgendwann kein neues iphone mehr leisten. In diesen Geisteszustand muss man sich erst einmal selbst bringen! Ich glaube aber, mit diesem Geisteszustand binich nicht ganz alleine. Neben den fest eingeschraubten apple apps, sind es derzeit noch eine handvoll apps, von denen ich glaube, dass ich sie unbedingt brauche für ein erfülltest und einfaches Leben. Die Kamera, die podcast app, der Bahnnavigator, die Messanger, die Mails, die Musik, der Kartendienst, der Kalender und nicht zuletzt youtube und die Telefonfunktion.

Die Frage liegt ja auf der Hand, warum sich überhaupt darüber Gedanken machen? Smartphones sind günstig zu haben. Im Rahmen meines auslaufenden Vertrages musste ich bereits dreimal erläutern, dass ich kein neues Modell brauche. ich überlege mir ja auch nicht, warum ich elektrisches Licht in der Wohnung habe. Nochmal. Das Thema ist Abhängigkeit. Gefühlt käme ich mit einem 24 Stunden Stromausfall leichter klar, als mit dem Verlust meines smartphones. Lässige Unabhängigkeit fühlt sich anders an. Es geht mir also gar nicht darum mein iphone abzuschaffen. Es geht mir darum auch ohne klar kommen zu können ohne dabei das Gefühl eines Verlustes zu haben. Es ist nicht das smartphone selbst, es ist die Reduzierung von irrationalen Ängsten und Sorgen. Ist das verständlich?

Marco Mattheis, 10.November 2015

 

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