3 Minuten und 8 Sekunden

Ich sitze in der Küche. Es ist Nachmittag und ich trinke eine Orangenschorle aus frisch gepresstem Orangensaft, dazu ein Brötchen vom Frühstück und die Reste des Salats von gestern. Die Sonne, die durch das Fenster hereinstrahlt, stimmt mich versöhnlich mit dem Tag. Es war ein anstrengender Tag als Konsument.

Einkauf beim Aldi: An der Kasse merke ich, dass meine neue Kreditkarte nicht mehr da ist. Anruf bei der Sperrhotline noch vor dem Geschäft. Ein Sprachcomputer versteht mich nicht. Ich bleibe hartnäckig, wiederhole dreimal meine endlose IBAN Nummer. Er bleibt hartnäckig dumm.

Auf halben Weg zurück zu Hause ist meine Karte endlich gesperrt. Genauer: Alle meine Karten sind jetzt gesperrt. Zu Hause also die EC Karte wieder entsperren lassen. Peinlich aber menschlich: Auf dem Schrank liegt meine verloren geglaubte Kreditkarte. Nach einem online Einkauf am Abend nicht zurück gesteckt. Selbst schuld.

Wieder Anruf bei der Bank. Wieder der Sprachcomputer. Ich könnte heulen bei der Dummheit dieser Maschinen. Schließlich finde ich eine Nummer mit einem Menschen an der anderen Seite. Mit einer freundlichen Stimme. Ich erkläre mich und nach 3 Minuten und 8 Sekunden ist alles wieder so, wie es sein soll.

Fortsetzung des Einkaufs. Ich brauche noch Gläschen für unsere Tochter. An der Kasse stelle ich fest, dass ich die Coupons (10%) zu Hause am Kühlschrank kleben gelassen habe. Strafgebühr für Vergesslichkeit als moderner Konsument: 7 Euro. Ich bezahle meinen Großeinkauf und schleppe das Essen nach Hause.

Ich widme diese Erfahrung allen Menschen, die wirklich meinen, Konsum würde glücklich machen oder Spracherkennung wäre etwas tolles.

Marco Mattheis, 31.Oktober 2015

 

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